Montag, Februar 14, 2005

Anwaltlicher Internetauftritt

Ein Internetauftritt ist oftmals eine Gratwanderung zwischen der angemessenen Darstellung der eigenen Stärken und einer übermäßigen Selbstbeweihräucherung. Umso schwerer für denjenigen, der sich als junger Staranwalt präsentieren möchte und dabei auf seiner reich bebilderten Homepage unter der Rubrik "Meetings" eher fan-artig anmutende Bilder als "im Dialog mit Dr. Stoiber" oder im "Gespräch mit Kollege Dr. Westerwelle" verkauft. Selbstredend werden in einer solchen Kanzlei "Verhandlungsmethoden nach Harvard" angewandt und alle Anwälte haben die gymnasiale Oberstufe erfolgreich mit dem Abitur abgeschlossen. Da kann der Kanzleislogan auch nur noch lauten:
Wir tun nicht nur, was wir können. Wir können auch, was wir tun!
Wenn dann allerdings unter der Rubrik "Rechtsprechung" ein in den Händen gehaltener Beschluß des BGH mit dem Aktenzeichen BGH 5 StR 6604 auf einem Foto zu sehen ist, der scheinbar glorreiche Erfahrungen bei obersten Bundesgerichten belegen soll, in dem aber die Revision des durch die Kanzlei vertretenen Angeklagten als offensichtlich unbegründet (!) verworfen wird, muss man die Marketingstrategie der Kanzlei doch ernsthaft in Zweifel ziehen...

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