Sonntag, Februar 13, 2005

Junge "Freiheit"

Ich habe gerade im Radio einen recht interessanten und äußerst kritischen Beitrag über eine - mir bislang unbekannte - Wochenzeitschrift "Junge Freiheit" gehört. Hierbei scheint es sich um ein doch sehr rechtes Intellektuellen-Organ zu handeln. Um so erstaunter war ich, als ich las, dass in der aktuellen Ausgabe Jens Jessen - seines Zeichens Feuilleton-Chef der ZEIT - als Autor aufgetaucht ist.

'ne google-Recherche hat auch einige interessante Aspekte ausgespuckt:
Die 'Junge Freiheit' kennzeichnet ein grundlegender Antiliberalismus, der mit Elite-Denken, Kritik am parlamentarischen System und an der Idee der allgemeinen Menschenrechte verbunden ist. Die Zeitung vertritt einen ausgrenzenden Nationalismus, der auf den Prinzipien des so genannten "Ethnopluralismus" beruht. Dieser sieht die räumliche, zumindest aber kulturelle Trennung ethnischer Gruppen vor. Vor diesem Hintergrund tauchen Ausländer und deutsche Staatsbürger mit Einwanderungshintergrund in der Regel als Störfaktoren auf, die die ethnische Homogenität Deutschlands bedrohen.[...]

In einem verwaltungsgerichtlichen Verfahren versuchte die JF erfolglos, die Beobachtung durch den Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen zu unterbinden. Mit Urteil vom 14. Juli 1997 stellte das Verwaltungsgericht Düsseldorf fest, dass sich aus zahlreichen Beiträgen Anhaltspunkte für die Zielsetzung ergeben, tragende Strukturprinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu beseitigen oder außer Geltung zu setzen. Diese Feststellung wurde durch Oberverwaltungsgericht in Münster 2001 bestätigt.
Quelle: Innenministerium NRW dort finden sich auch die Links zu den zitierten Entscheidungen des VG Düdo (pdf) und OVG Münster (pdf).

Hat von den geschätzten Lesern jemand dieses Blatt schon einmal in der Hand gehabt und kann näheres berichten?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das hat sich in der Zwischenzeit alles ein wenig überholt, weil der der ehem. rot-grüne Verfassungsschutz NRW gerade vom BVerfG für schwere Grundrechtsverletzungen eins auf die Mütze bekommen hat. Mittlerweile hat der Verfassungsschutz deshalb auch alle Kommentare zur JF von seinen Internetseiten genommen. Wer mehr wissen will, kann sich bei Wikipedia informieren, mal auf die Internetseite des Verlags schauen (www.jungefreiheit.de), oder das Buch des FDP-Politikers und ehem. Generalbundesanwalts Alexander v. Stahl "Kampf für die Pressefreiheit" lesen, in welchem alle Details des Prozesses nachzulesen sind. Von Stahl war übrigens auch der Prozeßbeauftragte der Jungen Freiheit, für welche er dann in Karlsruhe siegte.

Anonym hat gesagt…

Ja, nun, genauso kennen wir's: Kritische Untertöne oder politisch nicht links eingefärbte Berichterstattung wie es seit Jahren als schick gilt immer schön in die (ultra-)rechte Ecke stellen.
Motto: Wer nicht Kommunist ist, ist ein Neofaschist.Wer nicht kritiklos alle Einwanderungstendenzen als Multikultibereicherung abfeiert ist ein Nazi. Wer nicht nur ins Horn der öffentlich (zensierten, gesteuerten und manipulierten) Meinungsmache stößt ist kein Demokrat.So macht mal weiter...