Montag, August 08, 2005

Kultur der Freiheit - Neues Buch von Udo di Fabio

Der Tagesspiegel beschreibt den Inhalt des Buches, dessen Titel ein wenig nach einer Rede von George W. Bush klingt, wie folgt:
Jene Di Fabio faszinierende Spannung zwischen den Handlungsmöglichkeiten des
Individuums und der Rationalität gesellschaftlicher Systeme beherrscht auch „Die
Kultur der Freiheit“. Das Buch ist so die ins Lebenspraktische gewendete Version
seiner soziologischen Doktorarbeit, die sein „eigener Senf zu Habermas und
Luhmann“ gewesen sei, wie Di Fabio die ehrgeizige Arbeit gewollt locker
umschreibt.
Das Urteil fällt nicht gerade gnädig aus:
Di Fabio hat für jemanden, der beständig die Alltagsvernunft beschwört, eine
bemerkenswert lebensferne Zeitdiagnose abgeliefert.
Dennoch - vielleicht lohnt es sich ja, sich ein eigenes Bild von Di Fabios Ansichten zu machen. Lebensfern oder nicht, schließlich besitzt Di Fabio nicht unerhebliche Möglichkeiten, seinen Ansichten Geltung zu verleihen.

Eine kurze Rezension findet sich auch bei Johannes Rux. Außerdem hat sich ein (in letzter Zeit mE wieder mehr wahlkämpfende) Heribert Prantl (SZ) dazu geäußert:
"Es heißt „Die Kultur der Freiheit“, und es konstruiert den Überbau für einen libertären Konservativismus und damit die Rechtfertigung für Sozialabbau, weit „rechter“ noch, als es sich die CDU leisten kann und die CSU leisten will. Di Fabio schmückt sich mit den Stichworten der Modernität, wenn er den Markt und den Wettbewerb preist und mischt das mit einem Plädoyer für eine erneuerte Religiosisierung der Gesellschaft und für einen doppelten Patriotismus: Er will ein Europa patriotisch lieben ohne „das ständige Streben nach Bundesstaatlichkeit“ und „ohne territorialen Ausdehnungsehrgeiz“ – das sind markige Worte für einen Richter, der über die Europäische Verfassung zu entscheiden hat."
Schließlich noch Patrick Bahners von der FAZ.

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