Dienstag, September 13, 2005

Verschwendung von Lebenszeit, Energie und Ressourcen

Heinrich Wefing äußert sich in der FAZ (print) über die Zweite Juristische Staatsprüfung:
Aber auch den Staat, genauer, die ohnehin überlastete Justiz, kostet das Referendariat Geld - und die Arbeitskraft der Richter, die sich um die Anleitung des Nachwuchs kümmern müssen.
Darauf haben wir gewartet. Wir können nichts, arbeiten für den Papierkorb und kosten nur Geld. Wie viele Wachtmeister müssten eingestellt werden, wenn plötzlich nicht mehr die Referendare nach der Sitzung die Akten zur Geschäftsstelle bringen würden? Und dafür sind wir doch qualifiziert. Wieviele Fensterbänke blieben mit Schreckensakten vollgestapelt? Wieviele StAe höherer Besoldungsgruppen würden vor den Amtsgerichten Hühner- und Eierdiebe aburteilen lassen?
Nun will Herr Wefing das Referendariat allerdings nicht ganz abschaffen, sondern nur als Fachzweig für Bewerber in den Staatsdienst laufen lassen, während Anwaltskandidaten nur eine anspruchsvolle Anwaltsprüfung sollen überwinden müssen (man stelle sich ein Referendariat vor, das nur aus Anwalts-AGs besteht!).
Eine Sicherheit, dass es nach einem Wahlreferendariat auch mit einer Stelle im Justizdienst klappt, gibt einem wohl keiner - ebensowenig Klarheit darüber, ob man für den Justizdienst taugt. Die Praktika während des Hochschulstudiums sind dabei wenig hilfreich.
Der Beitrag des Referendariats zur beruflichen Orientierung wird nicht selten unterschätzt.

Artikel, Az. FAZ 213/05, Bl. 43.

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