Dienstag, September 06, 2005

Wir gucken appd

Um den berüchtigten Wahlwerbespot der appd zu schauen, muss man jetzt keine obskuren Codecs mehr installieren (und keine noch obskureren Internetseiten besuchen) - das OVG Münster hat am Montag die Ausstrahlung des Spots in der ARD angeordnet.
Der WDR hatte die Ausstrahlung mit der Argumentation verweigert, der Spot sei menschenverachtend und jugendgefährdend. Das OVG hat nun entschieden, der Spot sei zwar "geschmacklos" und zeige "animalisch-triebhafte Verhaltensweisen", sei aber nicht strafrechtlich relevant. Indes sei der Spot «kaum als ernsthafter Beitrag im politischen Meinungsbildungsprozess anzuerkennen«.

Letztlich wohl eine konsequente Fortsetzung des Schmidtschen Gedankens vom "Unterschichtfernsehen", bekennt sich doch die appd als "Partei des Pöbels und der Sozialschmarotzer". Man fragt sich allerdings, ob es wirklich schlimmer kommen kann als Klingeltonwerbung und "Ruf mich an"-Werbung im Privatfernsehen.


Den appd-Spot habe ich bisher nicht gesehen, wohl aber einen "Die Partei"-Spot, der für eine Billigfluglinie warb. Hat irgendjemand eine Ahnung, ob das in Abstimmung mit der Fluglinie geschehen ist, ob also tatsächlich Sendezeit verkauft worden ist?

Nachtrag: Martin Sonneborn sagte der FAZ (print) im Interview, die "Partei" sei "mit hlx in Verhandlungen". Die Wikipedia glaubt zu wissen:
Nachdem die Billigfluggesellschaft HLX einen sechsstelligen Betrag für die Plazierung von Schleichwerbung geboten hat und bereits ein Wahlwerbespot mit einer Tischdecke im Corporate Design des Unternehmens ausgetrahlt wurde, versucht Die PARTEI nun die für 14.049,00 Euro an eine Privatperson versteigerte Werbezeit für den doppelten Preis zurückzukaufen.

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