Mittwoch, Oktober 12, 2005

Flirt-SMS vor Gericht

Vor einigen Monaten berichtete jurabilis! über ein besonders originelles Beispiel, wie man auf recht schnelle Weise Geld verdienen kann: Man betreibt einen Computerpool, wirbt auf einschlägigen Sendern für wunderbare Möglichkeiten „Girls aus der Nachbarschaft“ per SMS kennenzulernen und setzt ein paar dickbäuchige Studenten vor die Rechner, die dann mit flinken Fingern die „Girls“ mimen. Aber wie es nun einmal mit dem schnellen Geld ist. Häufig bewegt man sich damit am Rande des Legalen oder überschreitet diese Grenze sogar. So auch in diesem Fall. Hier klagte die Verbraucherzentrale Berlin und zwar – wie die Süddeutsche in der heutigen Ausgabe zu berichten weiß – offenbar mit Erfolg:

Der Anwalt des Call-Centers stellte das Ganze als harmlos hin. Seine Firma sei lediglich von einem Unternehmen entsprechend beauftragt worden und habe eigentlich mit der Flirtplattform nichts zu tun. Zudem sei nichts daran anstößig. Beispielsweise im Bereich des Telefon-Sex werde nicht anders vorgegangen. Dort rechne der Konsument auch nicht wirklich damit, mit einer realen Partnerin Kontakt zu haben. Die Verbraucherschützer meinten dagegen [...] deartige Geschäftsmethoden seien schlichtweg wettbewerbswidrig, der Verbraucher werde getäuscht. Deshalb müsse diese Aktivität untersagt werden.

Die Richter der Wettbewerbskammer sahen das ähnlich: „Hier muss ein klarer Schlussstrich gezogen werden.“ Sie verboten es, Flirt-SMS, die aufgrund einschlägiger Werbung beim Call-Center eingehen, von professionellen Kommunikations-Agenten beantworten zu lassen. (Aktenzeichen: 33 O 8728/05).

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