Donnerstag, November 17, 2005

Prüfungsfragen für Jura-Examen angeboten

"Biete Prüfungsfragen gegen Höchstgebot": Ein Schreiben dieses Inhalts erhielten vor wenigen Tagen mehrere Anwärter auf das zweite Juristische Staatsexamen, die an diesem Donnerstag beim Juristischen Prüfungsamt Berlin-Brandenburg ihre mündliche Prüfung ablegen. Wie der Tagesspiegel erfuhr, behauptete der anonyme Verfasser des Schreibens, die Prüfungsfragen zu kennen, und forderte die angehenden Juristen auf, per E-Mail ein finanzielles Gebot an eine Yahoo-Adresse zu schicken. Um seine Glaubwürdigkeit zu unterstreichen, habe der Schreiber seinen Briefen kopierte Unterlagen aus den Personalakten der Bewerber beigefügt – Dokumente, zu denen theoretisch nur Mitarbeiter des Prüfungsamts Zugang haben.

Eine Sprecherin des Prüfungsamts bestätigte dem Tagesspiegel, dass ein Student mit ähnlichen Vorwürfen an die Behörde herangetreten sei. Man habe daraufhin die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Zu den Details könne man sich wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens nicht äußern.

Quelle: Tagesspiegel

Kommentare:

Michael C. Neubert hat gesagt…

Müssen die Prüfer in Berlin Ihre Fragen vorher beim Justizprüfungsamt einreichen?
In Bayern kann man anhand der Protokolle der Vorjahre bei den "protokollfesten" Prüfern ganz gut vorhersehen, was für Fragen wohl gestellt werden - und ansonsten lassen sich die Prüfer die Fragen doch eher spontan vorher einfallen, oder?

Ronny Jahn hat gesagt…

Es ging nicht einfach um ein normales Prüfungsgespräch, sondern um einen Aktenvortrag. Und da ist ja ein Fall vorzubereiten.

Christian hat gesagt…

Unglaublich!

Nils hat gesagt…

Es ging um den Aktenvortrag im öffentlichen Recht. Diese werden den Prüfern vorher zugesandt. Die Prüfung fand teilweise statt, wurde dann aber abgebrochen. Nun müssen sie an diesem Samstag noch mal ran.