Mittwoch, Dezember 28, 2005

"Enteignet Springer!"

Man muß das Dokument gelesen haben, sonst glaubt man es nicht. Man liest es durch, schaut auf den Absender und glaubt es immer noch nicht. Kann das wirklich ernst gemeint sein? Haben das mit der Praxis vertraute Medienkontrolleure verfaßt? Handelt es sich nicht um das medienpolitische Grundsatzprogramm der Kommunistischen Plattform?


Nein, nein, nein. Das Papier ist ernstgemeint, es ist vielleicht nur aus taktischen Gründen formuliert worden, in der Annahme, daß der Adressat ihm niemals zustimmen kann. Denn es ist eine Kampfschrift, in der sich der alte Traum der Achtundsechziger materialisiert: Enteignet Springer.
Es geht um Thesen der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), heftig (und fundamental) kritsiert in der FAZ:
Zuviel aber mutet sich vor allem die Kek zu, über deren professionellen Standard man dringend reden muß, vor allem im Kreis der Landesmedienanstalten und der Medienpolitiker. Der "Fernsehbeirat", den sich die Kek für Sat.1 ausgedacht hat, hat mit Verhinderung von Cross-Promotion mit der "Bild-Zeitung" nichts zu tun. Er ist Ausweis des Größenwahns von Medienkontrolleuren, die außer Kontrolle geraten sind.
Weitere Beobachtung lohnt.

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